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Schaukampf-Langmesser – 54SiCr6 Federstahl mit Lederscheide und Gürtelhalter

399,99 €
Bruttopreis inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten bei Bestellungen unter € 300,- inkl. MwSt. Lieferzeit ca. 3 bis 10 Werktage ab Zahlungseingang, außer Fertigungsartikel auf Bestellung, wo die Lieferzeiten generell saisonalen Schwankungen unterliegen.

Dieses außergewöhnlich leichte Schaukampf-Langmesser verbindet die klassische Formensprache spätmittelalterlicher Langer Messer mit einer konsequent für den Schaukampf optimierten Klinge aus 54SiCr6 Federstahl. Die nur ca. 3 mm starke Klinge besitzt beidseitig ausgeprägte Hohlkehlen, 2 mm breite Schlagkanten und eine sicher abgerundete Spitze. Mit nur ca. 940 g Eigengewicht und einem Schwerpunkt lediglich 85 mm vor dem Parier ist das 830 mm lange Messer ausgesprochen schnell und agil. Geliefert wird es komplett mit brauner Lederscheide und passendem Leder-Gürtelhalter.

Menge

Das Lange Messer gehört zu den interessantesten Blankwaffen des ausgehenden Mittelalters. Auf den ersten Blick erinnert es an ein einschneidiges Schwert – konstruktiv bleibt es jedoch ganz bewusst ein Messer.

Genau diesen charakteristischen Aufbau greift unser Schaukampf-Langmesser auf.

Die durchgehende Klinge bildet im Griff einen breiten Vollerl, auf dem zwei braune Holzgriffschalen fest vernietet sind. Diese typische Messergriffkonstruktion unterscheidet das Lange Messer deutlich vom klassischen mittelalterlichen Schwert und ist eines seiner wichtigsten historischen Erkennungsmerkmale. Historische Lange Messer waren ebenfalls durch eine einschneidige Klinge und auf den Erl genietete Griffschalen aus Holz oder Horn gekennzeichnet.

Mit 830 mm Gesamtlänge, einer 630 mm langen Klinge und nur etwa 940 g Gewicht ist dieses Modell eine ausgesprochen schnelle und führige Einhandwaffe.

54SiCr6 Federstahl – leicht, elastisch und belastbar

Die Klinge wird aus hochwertigem 54SiCr6 Federstahl gefertigt.

Dieser Silizium-Chrom-legierte Federstahl verbindet hohe Elastizität, Zähigkeit und Dauerfestigkeit und eignet sich damit hervorragend für eine dynamisch beanspruchte Schaukampfklinge.

Besonders bemerkenswert ist die Konstruktion:

Die Klinge ist lediglich ca. 3 mm stark und läuft in voller Breite durch den gesamten Griff.

Damit entsteht eine sehr stabile Vollerl-Konstruktion, ohne das Langmesser unnötig schwer zu machen.

Beidseitige Hohlkehlen – konsequent auf geringes Gewicht ausgelegt

Eines der auffälligsten Merkmale dieser Klinge sind die beidseitig ausgeprägten Hohlkehlen.

Durch sie wird gezielt Material aus dem Klingenquerschnitt genommen. Das reduziert das Gewicht und trägt wesentlich dazu bei, dass das komplette Langmesser trotz seiner stattlichen Abmessungen nur ca. 940 g wiegt.

Gleichzeitig verleihen die Hohlkehlen der Klinge ihre elegante, dynamische Erscheinung.

Die Klingengeometrie wurde optisch so gestaltet, dass eine historische Schneide angedeutet wird, ohne tatsächlich scharf ausgeführt zu sein.

Auch am Klingenrücken befindet sich im Bereich der Spitze auf einer Länge von ca. 100 mm eine optisch angedeutete Rückenschneide.

Diese Gestaltung greift ein historisch bekanntes Merkmal verschiedener Langer Messer auf: Neben der eigentlichen einschneidigen Hauptschneide konnten historische Exemplare im Spitzenbereich eine kurze Rückenschneide besitzen.

Konsequente Schaukampfausführung

Bei aller Eleganz steht bei diesem Modell die Verwendung als Schaukampfwaffe im Mittelpunkt.

Die Schneiden beziehungsweise Schlagkanten besitzen eine Breite von ca. 2 mm.

Die Spitze ist deutlich abgerundet, und sämtliche Übergänge, Kanten und Ecken sind sorgfältig gefast.

Es gibt damit keine bewusst scharf ausgeführten Kanten oder Spitzen.

Die optisch angedeutete Schneide und Rückenschneide vermitteln das Erscheinungsbild einer historischen Blankwaffe, während die tatsächliche Geometrie konsequent für den kontrollierten Schaukampf ausgelegt ist.

Nur 940 g – ausgesprochen schnell und agil

Das geringe Gewicht ist eine der großen Stärken dieses Langmessers.

Bei einer Gesamtlänge von 830 mm wiegt die Waffe ohne Scheide lediglich etwa 940 g.

Der Point of Balance liegt ca. 85 mm vor dem Parier.

Damit liegt der Schwerpunkt ausreichend weit vorne, um beim Hieb ein glaubwürdiges Klingengefühl zu vermitteln, ohne das Langmesser kopflastig oder träge werden zu lassen.

Gerade schnelle Richtungswechsel, kontrolliertes Abstoppen und längere Trainingseinheiten profitieren von dieser ausgewogenen Konstruktion.

Das ca. 160 mm breite Parier schützt die Hand und unterstreicht gleichzeitig die klassische Formgebung.

Zwei vernietete Holzgriffschalen

Historisch entscheidend für die Einordnung als Messer ist die Griffkonstruktion.

Die Klinge beziehungsweise der Erl verläuft in voller Breite durch den Griff. Darauf sitzen zwei braune Holzgriffschalen, die fest vernietet werden.

Genau dieses Konstruktionsprinzip unterscheidet das Lange Messer vom klassischen Schwert.

Während ein mittelalterliches Schwert typischerweise einen auf die Angel aufgeschobenen Griff und einen Knauf besitzt, wird beim Messer der flache Erl seitlich mit Griffschalen belegt. Dieses konstruktive Merkmal findet sich auch an historischen Originalen.

Die Holzgriffschalen sorgen für eine angenehme natürliche Haptik und verleihen jedem Exemplar durch ihre individuelle Maserung einen eigenen Charakter.

Inklusive brauner Lederscheide und Gürtelhalter

Das Langmesser wird nicht ohne Zubehör geliefert.

Zum Lieferumfang gehören eine passende Lederscheide sowie ein brauner Leder-Gürtelhalter.

Der Gürtelhalter eignet sich für Gürtel mit einer Breite von bis zu 60 mm und ermöglicht es, das Lange Messer bequem an einer mittelalterlichen Gewandung zu tragen.

Das Gesamtgewicht von Langmesser, Scheide und Gürtelhalter beträgt lediglich ca. 1160 g.

Damit bleibt die komplette Kombination angenehm leicht und eignet sich hervorragend für längere Mittelalterveranstaltungen, Reenactment und Schaukampf.

Technische Details

  • Waffenart: Langes Messer / Langmesser
  • Ausführung: Schaukampf
  • Klingenmaterial: 54SiCr6 Federstahl
  • Klingenart: einschneidige Formgebung
  • Gesamtlänge: ca. 830 mm
  • Klingenlänge: ca. 630 mm
  • Klingenstärke: ca. 3 mm
  • Schlagkante: ca. 2 mm
  • Spitze: schaukampfgerecht abgerundet
  • Kanten und Übergänge: sorgfältig gefast
  • Hohlkehlen: beidseitig ausgeprägt
  • Schneide: optisch angedeutet, stumpf
  • Rückenschneide: im Spitzenbereich auf ca. 100 mm optisch angedeutet
  • Parierbreite: ca. 160 mm
  • Point of Balance: ca. 85 mm vor dem Parier
  • Griffkonstruktion: breiter Vollerl
  • Griff: zwei vernietete Holzgriffschalen
  • Griffarbe: Braun
  • Gewicht Langmesser: ca. 940 g
  • Gewicht inklusive Scheide und Gürtelhalter: ca. 1160 g
  • Scheide: Leder
  • Gürtelhalter: braunes Leder
  • Maximale Gürtelbreite: ca. 60 mm

Vorteile auf einen Blick

  • Klassische Formgebung eines spätmittelalterlichen Langen Messers
  • Hochwertiger 54SiCr6 Federstahl
  • Nur ca. 3 mm starke Klinge
  • Beidseitig ausgeprägte Hohlkehlen
  • Extrem geringes Gewicht von nur ca. 940 g
  • Point of Balance nur 85 mm vor dem Parier
  • Sehr schnelle und agile Führung
  • 2 mm breite Schaukampf-Schlagkanten
  • Abgerundete Spitze
  • Sämtliche kritischen Kanten sauber gefast
  • Optisch angedeutete Schneide
  • Angedeutete Rückenschneide im Spitzenbereich
  • Historisch typische Vollerl-Konstruktion
  • Zwei vernietete Holzgriffschalen
  • Lederscheide inklusive
  • Brauner Leder-Gürtelhalter inklusive
  • Für Gürtel bis 60 mm geeignet

Historischer Hintergrund – das Lange Messer

Das Lange Messer entwickelte sich im spätmittelalterlichen Mitteleuropa und erlebte vor allem im 15. und 16. Jahrhundert seine große Zeit. Es war insbesondere im deutschsprachigen Raum verbreitet, fand sich aber auch weit darüber hinaus. Moderne waffenkundliche Untersuchungen beschreiben Messer dieser Art als eine eigenständige mitteleuropäische Waffenfamilie mit gerader oder leicht gekrümmter einschneidiger Klinge und charakteristischer Messergriffkonstruktion.

Das Spektrum war enorm.

Von der vergleichsweise kurzen Bauern- oder Hauswehr entwickelten sich immer längere Waffen bis hin zum Langen Messer und schließlich zu großen zwei­händig geführten Messern.

Warum war es ein „Messer“ und kein Schwert?

Der wichtigste Unterschied liegt nicht einfach in der Länge.

Entscheidend ist die Konstruktion des Griffes.

Beim klassischen Schwert läuft eine vergleichsweise schmale Angel durch den Griff und endet üblicherweise im Knauf.

Beim Messer setzt sich die breite Klinge dagegen als flacher Erl durch den Griff fort. Auf beiden Seiten werden Griffschalen aus Holz, Horn oder einem ähnlichen Material aufgesetzt und vernietet.

Genau diese Konstruktion besitzt auch unser Schaukampf-Langmesser.

War das Lange Messer eine Waffe für Menschen, die kein Schwert tragen durften?

Hier lohnt sich eine genauere Betrachtung, denn dazu kursiert eine stark vereinfachte Geschichte.

Tatsächlich war das Schwert über weite Teile des Mittelalters eng mit Rittertum, Kriegerstand und gesellschaftlichem Status verbunden. Je nach Ort und Zeit gab es außerdem Vorschriften darüber, wer innerhalb einer Stadt welche Waffen tragen durfte. Das Metropolitan Museum weist ausdrücklich darauf hin, dass das öffentliche Tragen von Schwertern in vielen Regionen und Epochen gesellschaftlich beziehungsweise rechtlich eingeschränkt war – die konkreten Regelungen unterschieden sich allerdings erheblich.

Das Lange Messer war dagegen besonders unter Bürgern, freien Bauern und anderen Nicht-Adligen verbreitet. Historische Musterungsordnungen zeigen sogar, dass beispielsweise beim bayerischen Landsturm im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert ein gutes Langes Messer oder ein Schwert als Bewaffnung verlangt werden konnte.

Daraus entstand später die populäre Erzählung, das einschneidige Lange Messer sei ausschließlich erfunden worden, um ein allgemeines Verbot von Schwertern für Nicht-Adlige zu umgehen.

So eindeutig ist die historische Situation jedoch nicht.

Waffenrechte unterschieden sich regional erheblich, und auch die häufig erzählte Theorie, Messerschmiede hätten mit dem Langen Messer einfach die Zunftrechte der Schwertschmiede umgangen, gilt heute als nicht ausreichend belegt.

Treffender ist:

Das Lange Messer entwickelte sich aus der Tradition großer Gebrauchsmesser und Bauernwehren zu einer vollwertigen Waffe. Seine einschneidige Klinge und die genieteten Griffschalen bewahrten konstruktiv den Charakter eines Messers, während Länge, Handschutz und Fechtweise längst mit Schwertern konkurrieren konnten.

Und obwohl es besonders mit Bürgern und freien Bauern verbunden wird, wurde das Lange Messer keineswegs ausschließlich vom einfachen Volk getragen. Auch Adelige schätzten diese Waffen, und es sind entsprechend hochwertig ausgeführte Exemplare überliefert.

Johannes Lecküchner – Fechtkunst mit dem Langen Messer

Wie ernst das Lange Messer als Waffe genommen wurde, zeigt besonders eindrucksvoll der Fechtmeister Johannes Lecküchner.

Er verfasste gegen Ende des 15. Jahrhunderts eine umfangreiche Fechtlehre speziell für das Lange Messer. Seine Lehre steht in der Tradition des deutschen Fechtens und überträgt beziehungsweise erweitert zahlreiche Prinzipien, die auch aus dem Langschwertfechten bekannt sind.

Dabei geht es keineswegs nur um einfache Hiebe.

Die historischen Techniken umfassen komplexe Bindungsarbeit, Stiche, Versätze, Hebel und Elemente des Ringens. Das Lange Messer war damit eine vollwertige Fechtwaffe mit einem ausgefeilten technischen System.

Ideal für

  • Historischen Schaukampf
  • Reenactment
  • Living History
  • Darstellungen des 15. und 16. Jahrhunderts
  • Spätmittelalter und Renaissance
  • Historisches Fechten
  • Mittelalterveranstaltungen
  • Film und Theater
  • Sammler historischer Blankwaffenrepliken

Pflegehinweise

54SiCr6 Federstahl ist nicht rostfrei.

Nach Training oder Veranstaltung sollten Schweiß, Feuchtigkeit und Verschmutzungen vollständig von der Klinge entfernt werden.

Anschließend empfiehlt sich eine Konservierung mit hochwertigem mikrokristallinem Polier- und Versiegelungswachs. Dadurch lässt sich der Federstahl wirksam vor Korrosion und Fingerabdrücken schützen, ohne dauerhaft eine dicke Ölschicht auf der Klinge zu hinterlassen.

Holzgriff und Lederscheide sollten trocken gelagert werden. Das Leder kann bei Bedarf sparsam mit einer geeigneten Lederpflege behandelt werden.

Das Langmesser niemals über längere Zeit feucht in der Lederscheide lagern.

Vor jedem Schaukampfeinsatz müssen Klinge, Parier, Griffschalen und Nieten auf Beschädigungen sowie festen Sitz kontrolliert werden.

Sicherheitshinweis

Auch ein stumpfes Langmesser aus Federstahl besitzt aufgrund seiner Länge, Masse und Geschwindigkeit ein erhebliches Verletzungspotenzial.

Der Einsatz im Schaukampf darf ausschließlich mit kontrollierter Technik, geeigneter Schutzausrüstung und unter Einhaltung des jeweiligen Schaukampf- beziehungsweise Veranstaltungsregelwerks erfolgen.

Ob eine konkrete Waffe bei einer bestimmten Veranstaltung zugelassen ist, entscheidet immer das jeweilige Regelwerk.

Verkauf ausschließlich an Personen ab 18 Jahren. Ein Altersnachweis ist erforderlich.

Die angegebenen Maße und Gewichte können fertigungsbedingt geringfügig variieren.

AFA-LAMESE